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Hunziker Christopher T.

Schweiz/Frankreich/USA

Christopher T. Hunziker wurde 1956 in Atlanta (USA) geboren, sein Vater war der Schweizer Architekt Walter Hunziker. Nach Studien der Kunstgeschichte, der Mathematik, der Physik und der Architektur in den USA und in der Schweiz schlug Christopher T. Hunziker eine künstlerische Laufbahn ein. In seinem Werk setzt sich der Künstler formal mit fiktionalen Raumgefügen, Lichtinstallationen und künstlerischen Interventionen an bestehenden Architekturen auseinander. Weisen die Arbeiten des Künstlers vordergründig oft minimalistische Züge auf, zeigen sie häufig auch kunstgeschichtliche Bezüge und werfen gesellschaftspolitische Fragestellungen auf. So eröffnet auch die an der diesjährigen Schweizerischen Triennale präsente Skulptur «Rose – the sleeping sculpture – Clone» einen diskursiven Raum, der weit über die Skulptur selbst hinausreicht: War im skulpturalen Schaffen von der Antike bis ins Zeitalter des Barock nebst mythologischen und sakralen Darstellungen das Herrscherbildnis bestimmend, wurden im 18. und 19. Jahrhundert neue metaphorische Inhalte relevant. Als Beispiel hierfür mag Rodins «Denker» gelten, welcher symbolisch für den aufkommenden Rationalismus der Neuzeit steht. In der Folge nehmen die Industrialisierung und die Technisierung überhand. Die Dominanz der Industrie und des Kapitals führen zu Entfremdung, sogar der Mensch selbst wird in einer globalisierten und digitalisierten Welt zur Ware. Wie aber kann eine Skulptur, wie kann ein Denkmal in einer Welt aussehen, welche ausschliesslich auf Gewinn, Fortschritt und (Re-)Produktion abzielt? Vielleicht wie eine friedlich schlafende Riesin, die nicht von dieser Welt zu sein scheint und uns an einen Ort entführt, an dem es noch Raum für Gedanken und Träume gibt. 

Zitat

«Wenn die berühmte Skulptur «Der Denker» von Rodin ein Sinnbild für den reflektierenden Menschen der Neuzeit ist (René Descartes: «Ich denke, also bin ich»), so frage ich mich, wie heute die Skulptur einer menschlichen Figur aussehen muss, die ein Denk-Mal für all jene sein soll, die zwar denken können, darüber hinaus aber grosse Träume haben. We have a dream!» (nach Martin Luther King 1963)

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